Mein Erstlingswerk: Warum ich mit dem Nähen angefangen habe

Falls ihr jetzt ein Déjà Vu-Erlebnis habt, dann wohl, weil mein Einstieg ins Nähen ganz typisch war. Damals, vor etwa zweieinhalb Jahren. Eigentlich ist das noch gar nicht so lange her, oder? Auf jeden Fall habe ich mich für das Nähen erst interessiert, nachdem mein kleiner Spatz da war. Kommt euch das bekannt vor?

Alles rund um Handarbeit fand ich ja vorher immer so richtig doof (von kleinen Ausnahmen abgesehen). Als ich in der Grundschule stricken, sticken und häkeln lernen musste, fand ich das mehr als überflüssig. Abgesehen davon haben mir die schlechten Noten, die ich für meine Werke – trotzdem ich mich angestrengt hatte,! – kassiert habe, recht nachhaltig davon überzeugt, dass ich absolut talentfrei bin.

Naja, aber dann war das Baby da und in der Elternzeit auch sehr viel Zeit, um im Internet zu surfen. Mein kleiner Spatz war ein absolutes Tragebaby, den halben Tag hat er im Tuch vor meinem Bauch verbracht. Kinderwagen fand er mehr als doof, also ging es auch nur mit Tragetuch nach draußen. Ich fand das wunderbar, sehr viel schöner und praktischer als mit Kinderwagen. An den kalten Tagen aber war es nicht soooo super, dass meine Winterjacke über dem Beutelbaby nicht zuging. Nach einigem Recherchieren nach Tragejacken und Trageeinsätzen bin ich dann bei Schnabelinas Nähanleitung für einen Tajo gelandet. Und es kam, wie es kommen musste: Der Tajo erschien mir viel praktischer als alles was ich sonst gefunden hatte und schwups hatte ich mir meine erste Nähmaschine gekauft 🙂 Stoff war auch schnell da und einen passenden Reißverschluss hatte ich über den sehr freundlichen Service vom Wolfskinladen in Stuttgart ebenfalls schnell erhalten und schon konnte ich loslegen. Und so zeige ich euch heute mein absolutes Erstlingswerk:

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Fotografiert erst vor etwa zwei Wochen, als es zwischen Regen und Schnee gerade mal für ein paar Minuten sonnig war im Garten. Der kleine Spatz hat es genossen, dass er mal wieder ins Tragetuch durfte – sonst muss er wegen seines Gewichts im Tuch auf den Rücken. Selber laufen, Laufrad fahren oder auch im Buggy sitzen findet er in der Zwischenzeit ohnehin sehr viel besser, deshalb kommt das Tragetuch auch nur noch sehr selten zum Einsatz.

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Wenn ich mir die Bilder so anschaue, bin ich da auch wirklich froh drüber. Eine zarte Elfe bin ich ja nun mal wirklich nicht, aber mit dem großen Jungen vor dem Bauch unter der Winterjacke… Das zaubert irgendwie mehr als nur die 12 Kilo, der der kleine Spatz momentan etwa wiegt, auf die Hüften 😆

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Der Tajo ist außen aus schwarzem Softshell. Stoff in der Farbe der Jacke zu finden war quasi unmöglich, schwarz passt aber ja bekanntlich zu allem. Die Innenseite ist aus einem Nickistoff mit Robotern. Früher war der Kopf vom kleinen Spatz quasi komplett verschwunden, wenn ich die Reißverschlüsse komplett hochgezogen habe. Durch den Softshell war es für den kleinen Spatz dann im Tragetuch auch bei fiesem Wetter mit Wind und kaltem Regen gemütlich warm bzw., wenn viel Trubel war, konnte er so verpackt dennoch schön schlafen. Wie man auf dem Bild oben sehen kann, findet er es jetzt nicht mehr so prickelnd, wenn ich ihn so komplett einpacken möchte 😀

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Zum Schluss noch ein kleines Detailbild: den schwarzen Nickistoff mit den Robotern fand ich ja sehr niedlich und die Raketenkordelstopper haben mir sehr gefallen. Ich bin übrigens auch sehr froh, dass mir niemand gesagt hat, dass es schwierig sein könnte, einen Reißverschluss einzunähen. Als größte Herausforderung habe ich deshalb die Knopflöcher für die Gummikordel empfunden. Ein automatisches Knopflochprogramm hatte meine erste Basicnähmaschine nämlich nicht. Den Reißverschluss habe ich aber einfach genäht. In der Zwischenzeit würde ich jederzeit Knopflöcher nähen (mit dem Knopflochprogramm…). Aber obwohl ich das Einnähen in den Tajo problemlos fand, traue ich mich nicht mehr an Reißverschlüsse.  😀

Tja, jetzt kennt ihr also die Geschichte. Nachdem ich den Tajo bei Schnabelina gefunden hatte, habe ich dann auch noch ganz viele andere schöne Nähideen entdeckt, die sehr gut dazu passten, dass ich die Kaufkleidung für Jungs so trist und immerblau fand. Also landete mit der ersten Stoffbestellung für den Tajo auch Stoff für die ersten Pullis im virtuellen Einkaufswagen. Und bald nach dem Tajo entstand der erste Pullover:

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Genäht nach dem Babyshirtschnitt von klimperklein in Größe 62. Der Halsausschnitt war alles andere als perfekt, viel zu wenig gedehnt, aber ich war ja sooooo stolz und glücklich. Klar, dass ich dann auch weiternähen musste, oder? Und wenn ich mir das jetzt, mehr als zwei Jahre später so anschaue, sehe ich doch irgendwie, dass ich wohl damals nicht nur meine Nähliebe entdeckt, sondern auch den Grundstock für die Autoliebe meines kleinen Spatz gelegt habe 😀

Wie habt ihr das Nähen angefangen? Erzählt doch mal!

Schnitt Tajo: nach der Anleitung von Schnabelina | Schnitt Pulli: Babyshirt von klimperklein in Größe 62 | alle Stoffe sowie Gummikordel und Kordelstopper: stoffe.de | Reißverschluss: als Ersatzteil passend zu meinem Mantel im Wolfskinstore in Stuttgart bestellt.

verlinkt bei:

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Habt ihr übrigens schon gesehen, dass ich meine Linkpartyübersicht überarbeitet habe? Schaut euch doch mal um und sagt mir, was ihr darüber denkt!

9 Kommentare

  1. Liebe Jana,
    das ist eine schöne Idee, zu berichten, wie frau zum Nähen kam! Ich habe bei einem Forumswichteln zum ersten Geburtstag meines Prinzen eine süße, selbst genähte Pumphose bekommen – das hatte bei mir den Ausschlag dazu gegeben, zu sagen: Das will ich auch! Meine ersten Werke waren zwei Haarbänder für die Große: Peiiiinlich genau an die Anleitung gehalten, und siehe da, es hatte geklappt! Ab da war ich nicht mehr zu bremsen, lach …
    Vor RV hab ich auch noch tierisch Respekt. Mein No-Go sind Knopflöcher, meine W6 hat zwar eine Funktion, aber die funzt nicht wirklich …
    Liebe Grüße und schönen Feiertag morgen! Carla.

    • tantejana

      4. Mai 2016 at 8:14 am

      Liebe Carla,
      danke für’s Erzählen 😀 Ja, so selbstgenähte Sachen mal in den Händen zu halten, ist eine gute Einstiegsdroge 😉 Applizieren war übrigens bei mir auch eine Angstsache – bis ich es ausprobiert hatte. 🙄 Die Knopflochfunktion bei meiner Carina-Nähmaschine musste ich ein wenig ausprobieren, die funktioniert am besten, wenn ich die Finger weg lasse und die Maschine einfach rattern lasse. Und ein bisschen H180 schadet auch nicht, wenn ich dran denke… Aber Reißverschlüsse… 😀
      LG Jana

  2. Ich hatte mir schon ewig eine Nähmaschine gewünscht und schon fleißig Schnittmuster gesammelt. Los ging´s dann mit einer „Lässig“-Hose für mich selbst. Seitdem sind erst 5 Monate vergangen, aber ich habe schon viel lernen können. Ich denke man sollte nie aufhören mutig zu sein und kann sich somit immer neuen Herausforderungen stellen, neue Stoffarten kennenlernen und Tricks und Kniffs lernen. Und es ist so toll, sein eigenes Werk an anderen zu sehen oder selbst zu tragen.

    • tantejana

      4. Mai 2016 at 10:45 am

      Wow, gleich eine Hose für dich! Da hatte ich ja bislang zu viel Angst, dass ich da ganz viel teuren Stoff kaufe und dann verhunze ich das oder ich ziehe es sowieso nicht an. Das Lässig-Schnittmuster habe ich dabei auch schon lange auf der Festplatte… Aber vielleicht sollte ich es einfach mal anpacken. Es stimmt auf jeden Fall, die Sachen trägt man mit so viel Zufriedenheit!
      LG Jana

  3. Hihi, so hab ich auch angefangen – nur ohne das Trageteil – schön das du uns alles zeigst. Mir gehts umgekehrt, hab mich noch nie an ein Knopfloch getraut – REißverschlüsse machen mir nie Angst – also rein damit du kannst das locker! LG Ingrid

  4. Das war richtig spannend zu lesen, wie du dem Nähwahn verfallen bist. Dann auch gleich so ein Teil, die Meisten fangen mit Dreieckstüchern oder Mützen an, Respekt.
    Wirklich angefangen bin ich nie, durch meine Ma (Schneidermeisterin mit eigenem Atelier) war es täglich Thema, jeden Tag konnte man die tollsten Dinge bestaunen die entstanden sind, denn da es eine Maßschneiderei ist, liegt der Fokus auf neuen Teilen und Änderungen werden eher selten gemacht. Am tollsten fand ich immer die Brautkleider, meins wurde auch von meiner Ma genäht. Allerdings habe ich mich als junges Mädel erfolgreich um die Näherei gedrückt, den Textilunterricht in der schule habe ich gehasst. Ich musste erst etwas älter werden um so richtig einzusteigen.

    LG Tanja

    • tantejana

      9. Mai 2016 at 8:27 pm

      Ja, wenn man bei einem Profi groß wird, hat man bestimmt einen ganz anderen Zugang zum Nähen 😀 Bei mir haben alle gestrickt oder gehäkelt. An Familienfesten saßen dann alle Frauen nebeneinander am Tisch oder auf der Couch und haben gewerkelt. Ich fand das ja furchtbar spießig! Genäht hat aber keiner und erst recht nicht mit der Nähmaschine.
      Du hast aber schon recht, ich bin da ganz schön reingestolpert ins Nähen. Heute würde ich mich das nicht mehr trauen 😀 Manchmal ist es wirklich gut, wenn man so naiv an die Sachen rangeht 😉
      LG Jana

  5. Als Junge Erwachsene hatte ich mir einiges genäht, aber irgendwie ist es dann wieder im Sand verlaufen – bis das erste Kind kam.
    Auch hier infisziert dank Internet. All die schönen Sachen gesehen, das wollt ich auch.
    Inzwischen ist es aber so, dass ich fast mehr für mich als für die Kinder nähe…
    Lg Iris

    • tantejana

      24. Juni 2016 at 9:20 am

      Liebe Iris,
      dann habe ich mal noch Hoffnung, dass ich auch irgendwann mal was für mich fertig bekomme 😀 Jetzt sind erst mal noch kurze Hosen ganz dringend dazu gekommen, der Bub kommt jeden Tag mit anderen Klamotten aus der Kita heim, als er morgens anhatte. Spielen mit Sand und Wasser macht Spaß! 😉
      LG Jana

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