Hilfe, Mama ist weg! Notfallarmband mit Handynummer

Habt ihr das als Kind mal erlebt, seid ihr irgendwo verloren gegangen? Ich habe mal meine Oma im Supermarkt nicht mehr gefunden. Aber da war ich nicht mehr ganz so klein (spätes Grundschulalter, schätze ich) und bin relativ souverän zur Info gestiefelt, um sie ausrufen zu lassen. Alles kein Problem. Aber was ist, wenn ein kleineres Kind verloren geht? Wie schrecklich hilflos muss es sich dann fühlen!

Quelle: pixabay.de (CC0)

Daran muss ich in letzter Zeit immer wieder denken. Mein kleiner Spatz wird immer selbstsicherer und er hat das für kleine Kinder typische Vertrauen in uns, dass wir ihn jederzeit beschützen und bei ihm sind. Und neugierig, wie er ist, entfernt er sich auch an belebten Orten gerne mal von uns. Schwups ist so ein Zwergerl weg – PANIK! Passiert ist zum Glück noch nichts, aber falls doch, ist mir wichtig, dass er weiß, was dann zu tun ist.

Zu Weihnachten haben wir dem kleinen Spatz das Buch So passiert mir nichts* (aff.link) geschenkt, in dem auch die Geschichte eines kleinen Mädchens steht, das auf dem vollen Wochenmarkt plötzlich ihre Mama aus den Augen verliert. Sie weiß zum Glück, was in so einem Fall zu tun ist:

  1. Stehen bleiben, idealerweise auf etwas draufstehen und laut rufen. Falls ein Treffpunkt vereinbart war, dort hin gehen.
  2. Jemanden bitten, Mama oder Papa anzurufen – idealerweise hat das Kind dafür die Telefonnummer der Eltern parat, z.B. auf einem Zettel in der Hosentasche oder auf den Arm geschrieben.
  3. Wenn die Eltern nicht angerufen werden können, jemanden bitten, die Polizei zu rufen.
  4. Niemals mit jemanden mitgehen, auch nicht zum Telefonieren!
  5. Wenn keiner da ist, der telefonieren kann, in ein Geschäft oder an einen anderen Ort, an dem auch Menschen sind und an dem man (z.B. durch die Schaufensterscheibe durch) gesehen werden kann. Dort kann man dann darum bitten, dass Mama/Papa/die Polizei gerufen wird.
  6. Und bei allem: Ruhe bewahren, keine Panik!

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Schöne Regeln, die wir beim Lesen auch immer wieder mit dem kleinen Spatz besprechen. Ob er sich auch an alles erinnert? Mmh, wahrscheinlich nicht. Wenn wir ihn aber fragen, was er tun muss, falls er verloren geht, dann antwortet er eigentlich immer, dass er jemanden finden muss, der Mama und Papa anruft. Für den Fall der Fälle stecken wir dem kleinen Spatz auch einen Zettel mit unseren Telefonnummern in die Hosentasche – sofern er denn eine hat. So manche Kinderhose ist ohne Taschen, andere sind so klein, dass es schwierig wird, den Zettel überhaupt rein zu bekommen, wieder andere sind so weit, dass die Chance, dass ein Zettel aus Versehen rausfällt, ziemlich groß ist.

Da ist mir vor kurzem eingefallen, dass ich da ja mal eine tolle Idee irgendwo auf einem anderen Blog gesehen habe: ein Notfallarmband mit Telefonnummer. Zum Recherchieren war ich ehrlich gesagt ein wenig zu faul, dazu war die Idee bzw. Erinnerung zu spontan am späteren Abend. Und es ging auch so.

Notfallarmband SOS Armband Handynummer Armband Kinder verloren gehen lost child mobile number wrist band bracelet Zum Nähen in den Keller

Ich habe also meine Kisten mit den Bändern durchwühlt und mich für eine Kombi aus einem Gurtband und einem Webband entschieden. Eine Stickmaschine habe ich nicht, aber meine Nähmaschine kann auch ein paar Buchstaben und Zahlen nähen. Das sieht zwar nicht so professionell aus wie bei einer Stickmaschine, aber es ist lesbar.

Zuerst wollte ich die Handynummer auf ein Stück Stoff nähen und das dann am Gurtband anbringen. Das hat aber nicht so ganz klappen wollen – bzw. ich habe mich einfach zu dämlich angestellt. Erst wurde alles ganz schief und als mir das Genähte dann endlich gefallen hat, habe ich enthusiastisch drüber gebügelt – bei Polyesterfaden eine ganz ganz doofe Idee 🙄 Schließlich habe ich an einem kleinen Gurtrest ausprobiert, ob ich nicht auch direkt auf das Gurtband nähen kann und das ging ziemlich gut.

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Auf die Vorderseite des Armbands habe ich dann noch das Webband aufgenäht. Mit den Reflektorstreifen auf dem tollen Gurtband, das ich in meinem Adventskalender von Julibuntes hatte, war es besonders einfach, das Band gerade aufzubringen 🙂

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Ich glaube, das Motiv könnte für meinen kleinen Spatz auch motivierend sein, das Armband auch tatsächlich freiwillig anzuziehen 🙂 Als ich beim Schreiben dieses Beitrags dann doch mal noch recherchiert habe, wo ich die Anleitung, an dich ich mich dunkel erinnerte, wohl gesehen haben könnte, habe ich hier bei O’Malleys Sticheleien übrigens lustigerweise eine gefunden, in der genau dieses Webband auch zum Einsatz kommt 😀

Geschlossen wird das Armband mit Kam Snaps, die jeweils an den Enden angebracht sind. Die Enden von Gurtband und Webband habe ich mit einem Feuerzeug erhitzt, damit sie nicht ausfransen. Insgesamt ist das Band ca. 17cm lang, die Überlappung der beiden Enden ist so gewählt, dass dass das Band im geschlossenen Zustand einen Innendurchmesser von etwa 13cm hat. Und das passt bei meinem kleinen Spatz prima an den Arm:

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Wie man sieht, trägt er das Armband, die Rechnung mit dem Baufahrzeugemotiv ist aufgegangen. Er findet das Armband total klasse. Und ich finde klasse, dass es nicht zu eng und nicht zu weit sitzt und er für den Fall der Fälle – der hoffentlich nie nie nie eintritt! – meine Handynummer dabei hat. 🙂 Dennoch werden wir den kleinen Spatz gut im Auge behalten, damit das Armband hoffentlich einfach nur ein modisches Accessoire für ihn bleibt. 😉

Schnitt: selbst entworfen, eine kostenlose Anleitung gibt es aber auch hier | Gurtband: aus meinem Adventskalender | Webband: aus einer Webband-Ü-Tüte von Michas Stoffecke | Kam Snap: von Snaply

verlinkt bei:

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und falls ihr noch nach der passenden Linkparty für euren Blogbeiträge sucht, dann schaut doch mal in meine Linkpartysammlung 🙂

8 Kommentare

  1. Meine sind zwar schon aus diesem Alter raus, aber in der Verwandtschaft kommt ja immer was nach. Und ich kenn das Gefühl, wenn man plötzlich ohne Kind dasteht…. Meiner war damals zu klein, um die Telefonnummer richtig aufzusagen. In dem Park bekommt man zwar beim Eintritt sogar eines zum ausfüllen, aber das wollte er ja partout nicht tragen. So eins wie deins wär natürlich viel cooler gewesen!
    LG
    Tanja

  2. Ohhh, da sagst du was. Was hatte ich eine Panik, als der Schüler noch klein war. Im Moment sind wir in einer Art „Zwischenphase“, ich will hoffen, dass das mit der Panik nicht wieder ausbricht, wenn er erst mal abends nicht (mehr) nach Hause kommt. Du liebe Güte. Nun denn, um dieses Bärenfell kümmere ich mich, wenn der Bär erlegt ist oder wie die Amerikaner gerne sagen „We go over the Bridge when we get there.“ Ein Armband würde der Schüler jetzt natürlich nicht mehr tragen, aber die Idee finde ich großartig. Da wir ja zwei kleine Kinder (noch Säuglinge) neu in der Familie haben, will ich mal hoffen, dass ich mir diese tolle Idee merke, bis die Kleinen soweit sind, dass sie sich bei Ausflügen womöglich selbstständig auf und davon machen. 😉
    Ich sende dir viele Grüße und eine Portion Sonnenschein

  3. Witzig – sowas habe ich gestern genäht (für eine noch geheime Aktion) … da meine neue Nähmaschine jetzt auch Schreiben kann :-). LG Ingrid

  4. Ich habe solche Armbänder schon öfter gesehen, aber du hast es hier kombiniert. Entweder kenne ich die genähten aus Stoffresten, Webband oder Gurtband einfach nur als Armband, die dann so ählich wie deins aussehen, oder aber die aus diesem festeren Papier, die es in Parks oder im Zoo für die Kids gibt. Die haben wir uns dann als 50 er Pack oder so bestellt haben. Immer wenn wir jetzt irgendwo hingehen, wo es wimmelig ist, holen wir eins von den grünen zum kleben raus. Deine Idee ist natürlich viel besser! Und verloren gehen können die Kids überall, auch im Supermarkt oder so und da mache ich die Klebedings natürlich nicht dran.
    lg Charla

  5. Tolle Idee mit dem Armband. Ich wünsche euch, ihr braucht es niemals. Ich denke nur, dass man es wohl nicht immer trägt, gerade wenn sich mal zufällig etwas ergibt… oder wie macht ihr das?

    Mir steckt der Schreck noch in den Knochen: wir waren zwei Tage vor Weihnachten ganz spontan auf dem Weihnachtsmarkt. Normalerweise laufen die Kinder an unseren Händen. Es gab eine Bühne wo ein Märchen aufgeführt wurde und dort standen etwa 6-7 Reihen Kinder dicht aneinander gedrückt und dahinter viele Reihen Erwachsender. Der große Hase ist zu seinem Kumpel und dessen großer Schwester vor in die erste Reihe und so standen wir da eine Weile. Das Gedränge wurde immer größer und bald konnte ich seine Zipfelmütze nicht mehr sehen. Aber sie waren ja zu dritt… dachte ich. Durchgekommen wäre ich sowieso niemals. Als das Märchen zuende war, kamen die anderen beiden plötzlich alleine zu uns. Es war ein unglaublicher Schock, man kann nicht atmen, nicht denken, nicht rufen, es nicht fassen. Wie gelähmt. Dann kam die Durchsage durch die Lautsprecher. Eine Frau hatte ihn weinend aufgefunden, er hatte sich tatsächlich vorn unter der Bühne durchgequetscht und war an den Rand gelaufen um zu uns zurück zu kommen. Nur dass er uns dann nicht mehr gefunden hat. Am Ende ist also nochmal alles gutgegangen. Aber man will sich gar nicht ausmalen, wie das hätte ausgehen können.

    Wir haben seitdem in allen Jacken und Hosen erstmal eine Handynummer reingeschrieben. Habe auch schon überlegt, einen Zettel in die Schuhe unter die Sohle zu legen. Eine richtige Lösung ist mir noch nicht eingefallen… schwierig.
    LG Lu

    • tantejana

      22. Januar 2017 at 2:15 pm

      Oje, das war ja aufregend! Zum Glück habt ihr euch schnell wiedergefunden. Das Buch aus dem Beitrag kann ich übrigens wirklich sehr empfehlen. Abgesehen davon, dass es dem kleinen Spatz sehr gut gefällt, stecken sehr schöne Verhaltensregeln für Eltern und Kinder mit drin – auch der Tipp, die Nummer zur Not auf den Arm zu schreiben. Das finde ich persönlich nicht so toll, aber mit einem geeigneten Stift (Kuli oder so) ist die Nummer tatsächlich unverlierbar damit.
      LG Jana

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