Über das Einkaufen und einen Sonntagsspaziergang

Wie macht ihr das mit dem Einkaufen – quasi täglich nach Bedarf oder mit Essensplan und Einkaufsliste bewaffnet einmal die Woche? Oder ein Mischmodell? Wir gehörten vor ein paar Jahren noch zu der Fraktion „täglich nach Bedarf“. Was in der Regel hieß, dass wir nach der Arbeit gleich beim Supermarkt, der an unserem damaligen Wohnort gleich am Ende der Straße war, vorbeigefahren sind und uns dort überlegt haben, was wir heute wohl essen wollten. Ziemlich oft lief das dann auf irgendwelche Fertiggerichte heraus. Und da der Supermarkt zu der ziemlich großen Sorte gehörte und wir auf dem Weg zu den Lebensmitteln ganz hinten im Laden immer noch am spannenden Non-Food-Bereich vorbei mussten, landete natürlich häufig auch noch irgendwelcher anderer Kram im Einkaufswagen.

Irgendwann haben wir angefangen, darüber nachzudenken, warum wir eigentlich so viel Geld brauchen und haben für ein paar Wochen ein Haushaltsbuch geführt – dass die tägliche Einkauferei da ein wesentlicher Faktor war, ist uns dann natürlich recht schnell aufgegangen… Seither gehört es zu unseren Ritualen beim Samstagsfrühstück, einen Essensplan für die kommende Woche zu schreiben. Damit wissen wir ziemlich genau, was wir alles einkaufen müssen und sparen damit Geld und natürlich auch Zeit, da wir ja nur noch selten ein weiteres Mal einkaufen müssen. Letzten Sonntag war es dann aber mal wieder so weit. Relativ kurzfristig ist mir nämlich am späten Samstagabend aufgefallen, dass ich mich bei den Eiern verzählt habe. Aber da wir auf dem Dorf leben, ist das zum Glück kein Problem und so haben der kleine Spatz und ich einen schönen kleinen Sonntagsspaziergang zum Hühnerhof gemacht.

Bzw. ich bin spaziert, mein Spatz wollte dann doch lieber mit dem Laufrad fahren 🙂 Mitten im Dorf gibt es bei uns einen schönen Spielplatz, da haben wir natürlich erst einmal Halt gemacht – zumindest so lange, bis mein Kind festgestellt hat, dass nicht nur Kinder gerne auf der Rutsche sind, sondern auch Spinnen, Ameisen und Käfer 😀 Da wollte er dann doch lieber weiter…

Nahe beim Spielplatz ist dann auch der Hühnerhof. Im Hinterhof eines der älteren Gebäude im Ortskern läuft fröhlich gackernd und scharrend hinter einem Zaun eine Gruppe Hühner auf einer Wiese herum. Außerdem steht hier im Hinterhof ein Kühlschrank, aus dem man sich einen Karton mit Eiern nehmen kann. Das Geld schmeißt man dann einfach in den Briefkasten. So einfach ist das. 🙂

Also ich finde das toll! Ich weiß, wie die Hühner aussehen, die die Eier gelegt haben und es fühlt sich einfach nach heiler Welt an, dass der Eierverkauf so unkompliziert und vertrauensvoll abläuft. Ich habe keine Ahnung, ob das auch ausgenutzt wird, aber da es diesen Eierkühlschrank schon gibt, seit wir vor 5 Jahren in unser Dorf gezogen sind, scheint es nur selten zu passieren, dass jemand die Eier mitnimmt, ohne dafür zu bezahlen. 😉

Und da die Einkaufsplanung ja letztes Wochenende ausnahmsweise mal schief gegangen ist, bin ich natürlich auch sehr froh, dass es so einfach war, noch einmal schnell ein paar Eier zu holen 🙂 Zum Glück gelingt das Planen aber in der Regel ganz gut. Viele unserer Freunde und Bekannten können sich das übrigens gar nicht vorstellen – deshalb auch meine Eingangsfrage, wie ihr das mit der Einkaufsplanung macht. Ein oft gehörtes Argument ist, dass man ja gar nicht wissen kann, welche Essensgelüste man die Woche über so bekommen könnte. Vorzugsweise verweisen diejenigen dann auf den Mann/die Frau und/oder die Kinder, die ja ggf. dann keine Lust auf das geplanten Essen haben könnten. Oder es kämen kurzfristige Termine dazwischen, dann wird es ja auch schon wieder schwierig, die Planung durchzuhalten. Oder man benötigt frische Lebensmittel, die sich ja gar nicht halten.

Alle diese Argumente treffen übrigens auch auf uns zu. Auch wir wissen oft nicht, worauf wir Lust haben könnten. Aber für den Fall haben wir eine Liste mit Gerichten, die wir gerne essen und suchen uns zur Not daraus etwas aus. Außerdem darf sich jeder etwas wünschen (ja, es gibt momentan fast jede Woche Pommes…). Und wir gestalten den Plan flexibel genug, dass wir auch mal Tage tauschen können oder doch einen Tag was anderes kochen, als zunächst geplant. Damit es abwechslungsreich bleibt, versuchen wir darauf zu achten, dass es nicht jeden Tag Nudeln/Kartoffeln/Reis gibt und vor allem, dass es ausreichend fleischfreie Tage im Plan gibt. Gerichte, für die man frische Zutaten braucht, legen wir natürlich näher an das Wochenende, viele Gerichte kann ich auch am Wochenende schon vorkochen, einfrieren und habe dadurch unter der Woche nur wenig Arbeit. Und manchmal planen wir auch schlicht und einfach ein, dass wir noch einmal einkaufen müssen – in den letzten Wochen war ein wöchentlicher Stopp am Spargelstand fast schon Pflicht 🙂

Auf unserem Eierkauf-Sonntagsspaziergang hatte der kleine Spatz übrigens ein Raglanshirt Kids nach dem Schnitt von Erbsenprinzessin an. Den Jersey mit den Bauerarbeitern findet er – wenig überraschend 😀 – so richtig gut. Mein Favorit ist übrigens der Mann mit der Werkzeugkiste und dem stylischen Schnauzbart 😀

Schnitt Shirt: Raglanshirt Kids von Erbsenprinzessin in Größe 98 |  Jersey „Auf der Baustelle“: von Stoff & Liebe | gelbes Bündchen: von Königreich der Stoffe

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6 Kommentare

  1. Tolles shirt, das würde zwergi auch anziehen. Muss gerade ganz viele shirts aussortieren.
    Wir machen sonntags auch einen wochenplan. Bei uns gibt’s mittwochs meist Nudeln mit pesto oder Bolognese, denn da hab ich langen Arbeitstag und,mein Mann und,ich kommen erst gegen 18 uhr heim. Da muss es schnell gehen. Freitags ist mein zweiter langer tag und mein Mann hat telearbeit. Da wird derzeit meist gegrillt. Dienstag ist markt, da gibt’s Fisch. Ich kaufe meist montags für die Woche ein, Dienstag Fisch und,Eier auf dem Markt und Freitag oder Samstag noch frisches Obst Gemüse… Im Sommer kauf ich öfter und weniger, weil ich da meist mit Rad fahre. Im Winter gibt’s,dann eher größere Einkäufe und seltener.
    Grüße sonnenblume

    • tantejana

      20. Juni 2017 at 9:35 am

      Danke! Wir hätten ja, denke ich, gar nicht so unbedingt neue Shirts gebraucht für unser Zwergerl. Die in 92 sahen noch ganz gut aus. Aber dann hätte ich ja gar keine neuen Shirts nähen dürfen für den Sommer! 😀 Deine Routine klingt auch prima. Mit den Markttagen ist die Menüplanung ja dann auch ganz gut. Das schaffen wir für meinen Geschmack viel zu selten. Vor allem Obst und Gemüse mag ich vom Markt eigentlich viel lieber als aus dem Supermarkt. Aber unser Ort hat keinen Wochenmarkt und im Nachbarort, in dem wir meistens einkaufen, liegt der in der Innenstadt und durch den Spaziergang, bis wir da sind, wird die Einkauferei für unseren Spatz einfach zu lang und er ist dann sehr unruhig. Deshalb machen wir das leider nur selten.
      Alles Liebe!
      Jana

  2. Sehr schön dein Bericht … hier ist das inzwischen auch eingenordet. Ich habe schon immer mit Einkaufszettel in der Hand für die Woche eingekauft mit einem groben Plan für alle Tage, an denen warm gekocht wird. Das mache ich bis heute so. Der große Mann ist eher der täglich Einkaufer, aber inzwischen umgewöhnt ;-). Ich kaufe meist antizyklisch ein, sprich am Donnerstagnachmittag, da geht niemand einkaufen und alles ist frisch aufgefüllt. Bei uns wird am Wochenende ausführlicher gekocht und dann oft während der Woche die Reste mit in die Arbeit genommen als kalte Salate (Nudeln, Reis etc. mit Gemüse) oder der gleichen. Den Metzger im Dorf besuche ich meist Di. um 7 – da ist es menschenleer und am Montag wird geschlachtet und gewurstet. Wenn ich Fleisch für das Wochenende brauche bestelle ich es dann vor, das Abholen geht schnell. Ich selber betreibe eine etwas ausführlichere Vorratshaltung … immer in den großen Ferien und Faschingsferien räume ich an einem Tag neben der Gefriertruhe auch im Vorratskeller und stelle alles Alte nach vorn und notiere was fehlt. Dann gehe ich groß Vorräte einkaufen wie z.B. Mehl/Zucker/Hartwaren/Dosentomaten/Tomatenmark/Klopapier … so fällt viel vom wöchtentlichen Einkauf weg. Dafür fahre ich dann einmal auch besondere Orte ab, wo ich sonst nicht hinfahre (z.b. die Mühle für das Mehl, Säfte beim Obstbauern, Honig vom Imker …) – das spart Wege, Zeit und schont die Umwelt. Hat sich bewährt. Liebe Grüße von Ingrid ohne Eier und Kartoffeln im Dorf

    • tantejana

      20. Juni 2017 at 9:27 am

      Liebe Ingrid,

      vielen Dank für deinen Einblick in deine Einkaufsroutinen! Antizyklisch einkaufen und das frische Angebot beim Metzger nutzen klingt super! Das klappt bei uns leider in der Regel nicht, mit zwei Vollzeitjobs ist die Woche einfach voll. Aber wenn man samstags gleich nach dem Frühstück (mit einem 3jährigen also so ca. um 9) bei uns ins Einkaufszentrum geht, ist es auch wunderbar leer und für den Großkampftag haben die Supermärkte schon alle Regale gut bestückt. Das mit dem Vorratskochen kenne ich auch – nicht ganz so regelmäßig, aber da spielt wahrscheinlich mit rein, dass wir mit unserem Kindergartenkind noch keine regelmäßigen Ferien haben. Dafür planen wir alle paar Wochen mal irgendwelche Schmorgerichte wie Gulasch, Schaschlik o.ä. und kochen dann gleich so, dass wir mindestens 5-6 Portionen einfrieren können. Und bei Vorräten richten wir uns nach dem Angebot. Wenn die 16er Packung Klopapier statt 4,49€ mal wieder für 2,99€ im Angebot ist, dann wird der Einkaufswagen vollgeräumt. Genau so bei Nudeln etc. – nur Mehl nicht, das liefert die Mühle einen Ort weiter nämlich auch direkt an die Supermärkte in der Umgebung. Im Angeobt ist das eigentlich nie, aber es fühlt sich irgendwie gut an, regional einzukaufen (und das unabhängig von den Öffnungszeiten der Mühle, die für uns leider eher ungünstig liegen).

      Liebe Grüße!
      Jana

  3. Hallo Jana, der kleine Spatz hat ein tolles Shirt bekommen!!! Und mit der Familie solche Essens-bzw. Einkaufspläne zu schreiben finde ich durchaus sinnvoll.. Zu Zeiten mit drei Schulkindern, einem Vollzeit arbeitenden Papa und einer Teilzeit-Mama haben wir auch am WE einen Speiseplan aufgestellt. Jeder (außer Papa) hat ein Gericht aussuchen dürfen = vier und an einem Tag war Pizza-Pommes-Tag = Essen aus dem Tiefkühler… Papa aß im Geschäft und hatte dann am Wochenende ein Mitspracherecht und oft auch die Kochschürze an 😉 Wie ich das Einkaufen geregelt habe, weiß ich gar nicht mehr… Aber irgendwie nach Plan und die Angebote nutzend, weil kostensparend.. Eine große Vorratshaltung habe ich heute nicht mehr, kaufe inzwischen meist spontan und gern auf dem Markt. Für zwei Personen ist der Aufwand halt auch ein ganz anderer… Hat aber gedauert bis ich wieder damit klar gekommen bin….
    Einen Eierkühlschrank gibt es hier leider nicht, aber einen hilsbereiten Freund mit vielen Hühnern 🙂
    Hab ein schönes Wochenende und ganz liebe Grüße, Katrin

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