RUMS: Mein Bullet Journal

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht gerade der organisierteste Mensch auf Erden bin. Eher im Gegenteil, leider. Ich wäre gerne gut organisiert, habe aber ständig das Gefühl, dass ich das Chaos magisch anziehe, alles mögliche verschussele und nicht so richtig in der echten Welt lebe. Lustigerweise bekomme ich aber auch immer wieder mal das Gegenteil rückgemeldet. Angeblich komme ich total organisiert rüber. Vielleicht wollen diese Menschen, die mir das sagen, aber auch nur nett sein oder ich kapiere nicht, dass sie ironisch sind.  Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich seit Jahren auf der Suche nach einem geeigneten System bin, das mir beim Planen, Organisieren und auf die Reihe bringen meiner Termine und Aufgaben hilft.

Was habe ich nicht schon alles probiert! Outlook- und Gmail-Kalender, Wunderlist und verschiedene andere To Do-Listen, natürlich auch Post-Its und Notizzettel, Zeitplanerapps und MS OneNote, die NAP-Methode und ein sehr schickes Filofax hatte ich auch mal. Letzteres war wirklich super, hat aber irgendwann auch nicht mehr zu meinen Bedürfnissen gepasst. Irgendwie haben alle Methoden funktioniert. Vor allem zu Beginn, als ich noch motiviert war. Doch nach wenigen Wochen, manchmal schon nach Tagen, kam immer der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass das System nicht perfekt zu mir passt und sich auch nicht passend machen lässt. Manchmal habe ich auch schlicht und einfach Passwörter zu Onlinesystemen vergessen oder ich war zu faul und nachlässig und schon war es wieder vorbei.

Jetzt bin ich gerade wieder in einer voll-motiviert-Phase. Und zwar bin ich bei Pinterest über Bullet Journals gestolpert. Habt ihr davon schon mal was gehört? Ein Bullet Journal ist ein ganz einfaches, analoges Notizbuch, das mit Listen gefüllt wird. Ob das nur To Do-Listen, sind, die aneinander hängen oder aber auch Tagebucheinträge o.ä. enthält, bleibt jedem selbst überlassen. Das System ist so offen und flexibel, dass ich mir tatsächlich vorstellen kann, das es auch für mich klappt.

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Ich habe mich für mein Bullet Journal für ein quietschegelbes Leuchtturm 1917 Notizbuch in der Größe Medium (A5) entschieden. Es wird mit einem Gummi zusammengehalten, ganz hinten ist (wie auch bei Moleskine-Notizbüchern) eine Tasche für lose Dinge und die zwei Lesezeichen fand ich auch praktisch. Die Seiten sind gepunktet und bieten so sowohl Gestaltungsspielraum als auch Orientierung.

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Schön ist an diesem Notizbuch auch, dass es gleich am Anfang drei vorbereitete Seiten für ein Inhaltsverzeichnis gibt. Alle Seiten sind bereits durchnummeriert, Seitenzahlen von Hand eintragen entfällt bei diesem Notizbuch also auch (was mir Faultier sehr entgegen kommt). Das Inhaltsverzeichnis soll im BuJo fleißig genutzt werden, damit Ideen und Listen auch problemlos wiedergefunden werden können.

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Für’s erste möchte ich mit den Symbolen arbeiten, die der Erfinder der Bullet Journals, Ryder Caroll, empfiehlt. Ein kleiner Punkt kennzeichnet in den Listen, die im BuJo notiert werden, eine Aufgabe, aus dem Punkt kann man ein Kreuz für erledigte Aufgaben machen, einen Pfeil nach rechts für Aufgaben, die man auf einen bestimmten späteren Termin verschoben hat und einen Pfeil nach links für Aufgaben, die erst mal keinen neuen Termin bekommen, aber noch in den Plänen vorgemerkt werden. Termine werden mit einem Kreis gekennzeichnet, Notizen mit einem Gedankenstrich, ein Sternchen kennzeichnet Wichtiges und ein Ausrufezeichen steht für Dinge, zu denen ich noch recherchieren muss/möchte. Aufgaben, die zwar nicht erledigt, aber auch nicht mehr relevant sind, werden einfach durchgestrichen. Da man spätestens am Monatsende die gesamten Listen noch einmal anschaut und Aufgaben als erledigt bzw. irrelevant markiert oder aber sie migriert in den neuen Monat oder in die Pläne, bleiben Aufgaben grundsätzlich nicht auf dem Status mit dem Punkt stehen.

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Da das BuJo kein Kalender ist, in den man sich Termine und Aufgaben schon monatelang vorher eintragen kann, habe ich am Anfang zwei Doppelseiten angelegt für Pläne, also für Aufgaben, die erst später anfallen und die ich nicht vergessen möchte oder auch für größere/wichtigere Termine, die Vorbereitung und/oder Organisation benötigen. Noch ist diese Pläneliste bei mir ziemlich leer (und die wenigen Punkte habe ich auch noch unkenntlich gemacht 😉 ). Aber ich habe mir z.B. schon mal vorgemerkt, dass meine kleinen Tomatenpflänzchen Anfang Mai geliefert werden (übrigens von Tomaten mit Geschmack, da war ich bisher immer superzufrieden!). So vergesse ich hoffentlich nicht, dass ich noch Erde kaufen muss, kontrollieren muss, ob ich ausreichend große Töpfe habe und mir auch Zeit für die Pflanzerei nehmen sollte.

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Bei schulferien.org habe ich mir einen kleinen Jahreskalender ausgedruckt. Hier kann ich schnell mal nachschauen, auf welchen Wochentag ein bestimmter Tag fällt oder wann ein Feiertag ist o.ä.  Einfach nur kurz zum Nachschlagen.

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Hier eine kleine Motivationsseite, die mich daran erinnern soll, dass es wichtig ist, Ziele SMART zu formulieren. Also spezifisch, messbar, angemessen, realistisch und terminiert, so dass ich weiß, was ich mir da vorgenommen habe, woran ich merke, dass ich das Ziel erreicht habe und wann ich es erreicht haben sollte und dass ich mir dabei auch überlege, ob es ein sinnvolles Ziel ist und ob ich das überhaupt erreichen kann. Und weil ich zwar gerne Ziele festlege, es aber gerne mal am Anpacken scheitert, gab es noch drei Zitate aus den Weiten des Internets dazu 🙂 Ich wünschte ja, ich könnte so toll zeichnen und schreiben wie z.B. Boho Berry. Ihre BuJo-Beispiele und -seiten sind einfach nur großartig. Und auch auf vielen anderen Seiten findet man einfach wahnsinnig künstlerisch gestaltete Seiten. Aber: Ich mach das BuJo ja für mich und damit wird es so schön, wie ich kann und möchte 🙂

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So, hier kommt dann der Einstieg in den April. Die Empfehlung vom Erfinder lautet, hier eine Doppelseite zu gestalten. Links stehen die Tage aufgelistet und die Termine oder Aufgaben, die man schon den Tagen zuweisen kann, rechts ist eine große Liste an Zielen und Aufgaben für den Monat. Für diese beiden Seiten sollte man dann auf die Pläneseiten zurückgreifen, die ich schon oben gezeigt habe. Außerdem soll man beim Anlegen der neuen Monatsübersicht auch den vorangegangenen Monat noch einmal durchschauen, ob es Aufgaben gibt, die noch nicht als erledigt markiert sind. Diese werden dann ggf. als erledigt markiert oder aber durchgestrichen, weil sie nicht mehr relevant sind oder aber migriert – also in die Liste der Aufgaben und Ziele für den neuen Monat geschrieben (damit sie bei der Tagesplanung nicht vergessen werden) oder aber in die längerfristigen Pläne eingetragen.

Manche machen statt einer monatlichen Planung (oder zusätzlich) auch eine Wochenplanung oder aber gestalten die Terminübersicht breiter. Ich schaue mal, wie sich das bei mir bewährt und probiere da vielleicht auch noch andere Varianten aus. Das finde ich wirklich schön am Bullet Journal: Ich kann es mir problemlos anders überlegen und ausprobieren.

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Ein Element, das ich im nächsten Monat auch mal ausprobieren möchte, ist ein Habit Tracker – ein schönes Beispiel findet ihr z.B. hier, wenn ihr ein wenig runterscrollt. Die Idee hinter dem Habit Trackers ist, dass man sich gute Gewohnheiten, also Verhaltensweisen, die man sich angewöhnen möchte, überlegt und täglich notiert, ob man das Verhalten gezeigt hat. Ich habe mir, damit ich nächsten Monat einen schicken Habit Tracker im BuJo anlegen kann, eine kleine Liste mit Ideen angelegt mit guten Gewohnheiten für Familie und Freunde, die Arbeit, den Haushalt, den Blog und auch für mein eigenes Wohlbefinden. Auf dem Foto ist das auch wieder etwas ausgestrichen, das wird mir zu privat 😉 Durch den Habit Tracker wird man daran erinnert, dass man sich diese Verhaltensweisen (z.B. täglich vor dem Schlafen gehen die Küchenspüle zu reinigen oder häufig zu bloggen) vorgenommen hat und da man sich auch notiert, ob man das geschafft hat oder nicht, sieht man auf einen Blick, worauf man mehr achten muss.

Rechts sind dann meine ersten zwei im BuJo geplanten Tage zu sehen. Ich habe mich jeweils am Abend vorher mit dem BuJo hingesetzt und ein paar wenige Minuten genutzt, um basierend auf dem, was an dem Tag passiert ist, was in meinem Kalender steht (den ich immer noch elektronisch führe) und was die Aprilübersicht hergibt, meine Aufgaben und Termine für den kommenden Tag zu planen. Mit einer kleinen 1, 2 oder 3 habe ich außerdem die drei wichtigsten Aufgaben für den Tag gekennzeichnet. Wenn ich jetzt überlege, was zu tun ist, werfe ich einfach einen kleinen Blick in mein BuJo. Und ich freue mich tierisch, wenn ich irgendwo ein Kreuz setzen kann 🙂

Ich bin sehr gespannt, ob ich das wirklich durchhalte und weiterhin so begeistert bin wie im Moment. Aber, wie gesagt: Jetzt gerade finde ich mein Bullet Journal total super. Ich bin zwar erst auf Seite 14, aber hochmotiviert 🙂

Wie organisiert ihr euch? Habt ihr schon mal ein Bullet Journal ausprobiert oder seid ihr ggf. sogar schon lange überzeugte Mitglieder der BuJo-Gemeinde?

da ich das BuJo für mich angelegt habe, schicke ich diesen Beitrag noch zu RUMS 🙂

 

12 Kommentare

  1. Lustig, ich hatte vor ein paar Jahren so ein BuJo, allerdings ohne dieses System. Nur ein analoges Büchlein, mit diversen Listen, Notizen und Plänen. Ein chaotisches Tagebuch. Das hat ganz gut funktioniert so lange mein Tag mit Uni gefüllt war. Sobald ich die Tasche wechselte, war das Buch nicht da etc.
    Und dann kam mein Smartphone. Dieses Goldstück ist die Erfüllung meiner Organisations-Träume. Ein Kalender der piept, eine To-Do-Listen App wo ich auch den Haushalt und alle Projekte organisiere, eine Listen-App für alle Einkaufs- und Planlisten und dann noch eine Handgeschriebene-Notiz-App für die schnelle Notiz.
    Ich war hyperorganisiert, und dann passierte das Lumpi. Jetzt bin ich zwar organisiert, aber zu zerstreut um auf das Pieps im Kalender zu reagieren… 😛

    • tantejana

      14. April 2016 at 8:08 pm

      Das Problem, dass der Kalender immer in der falschen Tasche war, hatte ich mit dem Filofax auch. Das hat nur so lange funktioniert, bis ich von einem reinen Schreibtischjob zu einem Job mit vielen Auswärtsterminen gewechselt habe. Aber außer dem Kalender hat mit dem Smartphone auch nichts so richtig funktionieren wollen. Ein paar handschriftliche Notizen sind halt doch schneller gemacht.
      Lumpi finde ich übrigens lustig. So hieß der Dackel von meiner Tante 😉
      LG Jana

      • Haha, bei uns ist das Lumpi eine Familientradition. Scheinbar auch der erste Name auf den ich gehört habe. Die Dackel meiner Oma hießen alle Susi, sogar der Suserich. Da war die Assoziation zu „Nachbars Lumpi“ nicht so da… Sollte man sich vielleicht mal überlegen.

  2. Ich bin ein Fan von analoger Zettelwirtschaft, diese digitalen Kalender/Listen/Apps usw. sind nichts für mich, da verzettel ich mich (hach, welch lustiges Wortspiel…). Meine Zettelwirtschaft ist im Wesentlichen aber auch ein Buch bzw. zwei – einmal ein Papierkalender (mein geliebter Snoopy-Moleskine) für die Termine und einmal eine Art Journal wie du es hast, nur längst nicht so ausführlich, mit den Projekten, die ich fürs Bloggen/Handarbeiten plane/mache. Ist auch ein Nachschlagewerk, was ich für wen wann genäht habe, damit ich nicht x-mal hintereinander derselben Person ein Utensilo schenke. 😉 Im Großen und Ganzen bin ich ganz gut organisiert, Luft nach oben ist aber noch deutlich vorhanden…

    • tantejana

      14. April 2016 at 8:04 pm

      Eigentlich ist Bullet Journal ja nur ein Begriff für ein Notizbuch, in das man schreibt, was man will. Also hast du quasi auch eins? Oder zwei? Snoopy klingt gut! Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob es funktioniert für mich. Außer dem Kalender funktionieren die elektronischen Lösungen leider für mich nicht. Mal schauen, ob ich mich bald sehr viel organisierter fühle 😉
      LG Jana

  3. Ich bin baff. DU sollst NICHT GUT ORGANISIERT sein ??? Habit tracker, Smart-Regel, Filofax … ich schlackere gerade mit den Ohren, muss die meisten Fremdwörter googlen und frage mich, wie ich bislang Job, Familie, Haus(halt) und Nähbloggen gemanagt habe. Vielleicht per Zufall, lach!
    Nein, mein Zauberwort heißt: Prioritäten. Haus(halt) und Garten sind hier weit nach hinten gerutscht … Und gute Ideen habe ich zum Glück noch ab und zu ganz spontan 😉 Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und Spaß mit Deinem Bullet Journal!
    Liebe Grüße, Carla.

    • tantejana

      14. April 2016 at 8:00 pm

      Hihi, im echten Leben habe ich Psychologie studiert. Manchmal kommt das vielleicht ein bisschen durch 😉 Aber leider macht das Wissen um verschiedene Techniken oder Methoden nicht, dass man sie auch anwendet… Prioritäten setzen klingt gut. Das fällt mir auch oft schwer. Haushalt und Garten sieht man das dann gerne mal an… Wobei es – abgesehen von meiner momentanen Blogschlappe – privat meist gar nicht so schlecht läuft. Beruflich habe ich die größere Notwendigkeit für ein solches System. Und wenn es funktioniert, wäre das echt entlastend 🙂
      LG Jana

  4. Ich glaube, wegen solcher Beiträge halten dich die Leute für total organisiert 😀 und weil du so eine schöne Handschrift hast 😉
    Ich selbst lebe aus einer Vielfalt aus digitalen und analogen Hilfsmitteln. Ich habe ein Notizbuch, das immer dabei ist, in das ich alles mögliche rein schreibe. Wir haben einen Kalender für uns uns beide im Flur liegen. Jeder hat seinen Handykalender. Wir haben ein Whiteboard an der Tür zum Arbeitszimmer hängen. Ich habe eine Notizapp, in der ich mir immer mal was notiere. Außerdem gibt es an verschiedenen Stellen immer mal ein Klebchen mit wichtigen Erinnerungen und einen großen Extrazettel auf dem der Essensplan für die nächste Woche steht.
    Und ich sage dir: es funktioniert!
    Also jeder muss sein System finden. Und bitte berichte in ein paar Wochen mal, ob du noch dabei geblieben bist und ob das System immer noch was für dich ist 😉
    LG Claudia

    • tantejana

      14. April 2016 at 7:52 pm

      Mmh, schöne Handschrift… Ironie??? 😀
      Ich habe auch meinen Handylalender, den ich ziemlich konsequent nutze und der mit meinem privaten Gmail- und dem beruflichen Kalender verknüpft ist. Und dan. Ist da der Wandkalender, der eigentlich nur unseren Essensplan und die Wandertermine mit unserer Albvereinsgruppe und ein paar Geburtstage enthält. Und leider sammeln sich Zettel und Briefe oder Dokumente bei uns in der Esszimmerfensterbank… 🙄
      Ich habe mir vorgenommen, mal wieder zu berichten 🙂 Alleine schon als Ansporn, damit ich nicht aufgebe, bevor es zur Gewohnheit geworden ist 😉
      LG Jana

  5. Das ist mal was, du unorganisiert? Ja nee is klar.

    Die Idee mit dem Buch wird dir helfen, ich mache das schon immer so in der Art, wusste nur bisher nicht, dass es einen Namen hat. Das System hat sich schon seit meinem Berufsstart bewährt, anders wären meine Versuche nicht durchführbar. Deshalb habe ich es auch für mein Privatleben eingeführt und es es klappt. Mein System ist etwas anders, aber sehr ähnlich.

    Super Sache das!

    Lg Tanja

  6. Ich gehöre wohl auch zu denen, die nicht glauben, dass du unorganisiert bist 😉
    Bin sehr gespannt, ob du weiterhin begeistert sein wirst. Wünsche dir viel Erfolg 🙂
    LG Nine

    • tantejana

      19. April 2016 at 10:16 am

      Dankeschön 😉 Ja, das Chaos in meiner Küche und im Schlafzimmerschrank oder mein Kopfchaos bei der Arbeit zeige ich auch eher nicht im Blog 😉 Bis jetzt hilft mir das BuJo aber immer noch. Ich berichte mal wieder 🙂
      LG Jana

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