Fliegermütze für das große Jubiläum

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Vor 1.250 Jahren wurde das kleine Dorf, in dem wir wohnen, erstmalig urkundlich erwähnt. Und deshalb wurde hier im Juli auch ein großes Jubiläumsfest gefeiert inklusive einem Umzug durch das Dorf. Ja, auch ich bin mit unserem Wanderverein zusammen mitgelaufen 😀 Neben den Vereinen – von denen es erfreulich viele mit sehr guten Mitgliederzahlen gibt – waren auch alle Kinder aus den drei Kindergärten und aus der Grundschule beim Umzug dabei. Jede Klasse bzw. jeder Kindergarten hatte sich ein anderes Motto ausgedacht.

Der Kindergarten von unserem Lauser nahm unter dem Motto „Segelfliegen“ am Umzug teil, ein Hobby, das im Luftraum über unserem Dörfchen sehr beliebt ist. Mit einem großen selbstgebastelten Segelflieger auf einem Handwagen und liebevoll von einer Erzieherin genähten Fliegermützen aus Filz auf dem Kopf sowie selbstgebastelten kleinen Segelflugzeugen aus Getränkeflaschen repräsentierten die Kinder aus „unserem“ Kindergarten diesen Aspekt unserer Heimat. Sehr zum Bedauern von unserem Lauser hatte nicht jedes Kind eine Fliegermütze bekommen. Er war sehr traurig, dass er zu denen gehörte, die ohne Mütze mitlaufen sollten. Was bin ich froh, dass ich nähen kann!

Die Fliegermützen, die die Erzieherin genäht hatte, waren einfach nur aus zwei Filzteilen mit einem Abnäher für die runde Kopfform zusammengesetzt. Auf die Mütze haben die Erzieherinnen eine Filz-Fliegerbrille aufgeklebt. So viel wusste ich, da ich vor ein paar Monaten bei der Schnittmustersuche behilflich sein durfte (irgendein Freebook ist es geworden, ich finde es nur gerade nicht mehr…). Der Lauser hat mir dann noch erzählt, dass die Mützen alle entweder braun mit grauer Brille oder grau mit brauner Brille sein sollten. Das war doch schon mal ein guter Ausgangspunkt für die Näherei. Kurzfristig, wie die ganze Aktion war, hatte ich allerdings keinen Filz zur Hand. Im Stoffvorrat fand sich aber noch ein brauner Baumwollfleece, der mir zusammen mit den silbergrauen Jerseyresten vom Faschingskostüm 2018 ganz tauglich erschien für das Nähprojekt „Fliegermütze“. 🙂

Beim Schnittmuster ist es dann etwas aufwändiger geworden als die Kindergartenvariante. In der Ottobre 04/2014 war eine wirklich tolle Fliegermütze drin, an die habe ich mir rangewagt. Der Schnitt besteht aus sechs Einzelteilen für die eigentlich Haube. Über Schlaufen geführt gehört auch eine Fliegerbrille dazu. Der Kinngurt kann mit Druckknöpfen geschlossen werden.

Die Nähte auf der Haube sind alle doppelt abgesteppt, dafür habe ich Sattlergarn genommen, damit man die viele Arbeit auch sieht (und ignoriert, dass man damit auch besser sieht, wo ich nicht perfekt genäht habe) 😉 Eingefasst habe ich die Mütze mit einer innen offenen Einfassung. Das hatte die Anleitung auch vorgesehen und fällt mir auch deutlich leichter als eine „richtige“ Einfassung. In den engen Kurven am Kinngurt war es aber dennoch ziemlich knifflig und ist nicht perfekt geworden.

Was ich erst im Nachhinein kapiert habe, ist der Grund, weshalb an der Fliegerbrille ein Gummiband angenäht werden muss. Man sieht ja auf den Fotos, dass die Brille ziemlich locker sitzt. Bei der Länge habe ich, da die Brille ja durch Schlaufen läuft, keine Notwendigkeit gesehen, das Gummiband mehr als nur ein klein wenig zu dehnen. Verlieren kann der Lauser die Brille ja nicht… Aber selbstverständlich wollte er sie aufsetzen! 😀

Und spätestens, wenn die Brille von ihrem höchsten Punkt auch nur ein klein wenig abweicht, erst recht, wenn sie vor den Augen sitzen soll, ist sie viel viel zu locker. Das werde ich sicherlich noch einmal korrigieren. Für ein „mal eben schnell“-Projekt habe ich relativ lange an dieser Fliegerhaube gesessen und dem Lauser gefällt sie sehr gut, deshalb soll er sie ruhig im Herbst gegen kalte Ohren tragen. Deshalb lohnt es sich definitiv, hier noch nachzubessern. Etwas unschlüssig bin ich noch, ob ich nur das Gummiband kürze oder ob ich gleich auch die Fliegerbrille komplett neu mache, damit sie besser auf den Augenabstand von meinem Kind angepasst ist. Aber da wird wohl die verfügbare Zeit und die Nählust die Entscheidung beeinflussen 😀

Der Lauser hätte übrigens am liebsten gleich eine komplette historische Pilotenuniform bekommen. Vielleicht zum nächsten Fasching… Habt ihr Vorschläge für Schnittmuster?


Die Fliegermütze zeige ich noch hier der Nähwelt:

3 Kommentare

  1. Liebe Jana, die Mütze ist der Knaller! Ich wünschte, wir hätten auch einen Bezug zum Fliegen und ich könnte meinen Jungs solche Mützen aufstülpen. Das sieht einfach zum Knuddeln niedlich aus. Schön, dass ihr mit diesem Exemplar langfristig plant. Kann ich verstehen und bin neidisch…
    Liebe Grüße!
    Meike

    • tantejana

      15. September 2019 at 6:22 pm

      Vielen Dank, liebe Meike! Ach, ich finde, einen Bezug zum Fliegen braucht es doch nicht unbedingt für eine Fliegermütze, oder? 😀 Ich wünschte mir, ich hätte diesen Schnitt mal früher ausprobiert. Mein Lauser hatte ja leider im letzten und vorletzten Winter die unangenehme Angewohnheit, Schals, Schlupfmützen oder Loops anzuknabbern. Mit diesen Mützen könnte das nicht passieren und der Hals bliebe trotzdem warm 😀
      LG Jana

  2. Jesses, Jana, die Mütze entdecke ich ja jetzt erst. Wie groß-groß-großartig und was für eine schöne Geschichte wieder dazu. Ich bin verzückt.
    Herzensgrüße
    Anni

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