Freunde – wie es bei uns so läuft in der Corona-Isolation

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Ich sende mal ein kleines Lebenszeichen aus der Corona-Isolation. 😉 Wenn ich die aktuellen Fallzahlen für Deutschland Stand heute anschaue (141.672), errechne ich mir eine „Durchseuchung“ von etwa 0,17% relativiert an der Einwohnerzahl in Deutschland (ca. 83 Millionen). Von einer „Herdenimmunität“ sind wir also noch sehr sehr weit entfernt. Also gehe ich davon aus, dass wir noch eine ganze Weile in der Corona-Isolation bleiben werden. Das ist – für uns bzw. für mich! – durchaus nicht nur schlecht. Momentan mehren sich gefühlt Blogbeiträge oder Kommentare aus sozialen Netzwerken, in denen die aktuelle Situation mit Kindern Zuhause und Home-Office als große Belastung geschildert wird und ich sehe auch, dass es viele Belastungsfaktoren gibt, die das Ganze gerade sehr schwierig machen können. Insgesamt gehören wir wohl zu den Glücklichen gerade. Einen kleinen Einblick in unser Familienleben in der Corona-Isolation möchte ich euch heute geben. Was gut läuft und was uns fehlt. Und eine Sache fehlt dabei vor allem meinem Lauser: Seine Freunde.

Raglanshirt nach Klimperklein in Größe 116 aus meinem letzten Stück des wundervollen Mullewapp-Panels von Bilderbuchstoff.

Ich arbeite momentan im Home-Office, an meinen Arbeitsplatz darf ich aus Gründen des Infektionsschutzes nicht. Hier sind nur noch wenige Personen zugangsberechtigt. Ich habe schon vorher ein bis zwei Tage jede Woche daheim gearbeitet, die Infrastruktur inkl. schnellem Internet ist also da. Als großer Entlastungsfaktor kommt bei mir dazu, dass ich ja normalerweise mindestens 45 Minuten zur Arbeit pendle. Das ist zeitintensiv und strengt mich an, da der ÖPNV für die Strecke leider nicht funktioniert, muss ich mit dem Auto fahren. Normalerweise ist der Lauser in der Zeit, in der ich sonst Zuhause arbeite, zumindest teilweise im Kindergarten oder bei seiner Tagesmutter. Aber eben nicht immer, deshalb ist er es mit seinen sechs Jahren schon mehr als sein halbes Leben gewohnt, dass er, wenn ich arbeite, auch mal ruhig alleine spielen muss. Das klappt wirklich gut und erweist sich in der momentanen Situation als sehr großer Vorteil.

Da ich was mit Digitalisierung arbeite, fällt bei mir in den letzten paar Wochen wirklich viel Arbeit an. Also wirklich wirklich viel. Über mein Überstundenkonto rede ich lieber nicht… Aber auch hier hatte ich wieder Glück: Die ersten paar Wochen, als ich die größte Arbeitslast hatte, musste mein Mann Resturlaub und Überstunden abbauen, er konnte sich also viel mit unserem Lauser beschäftigen und hat auch den Haushalt am Laufen gehalten. Nun arbeitet auch er wieder, die viele Arbeit, die mein Team und ich in den letzten Wochen geleistet haben, zahlt sich aber so langsam aus und wir kommen wieder in ruhigere Fahrwasser. Naja, für einen vollen Arbeitstag reicht es immer noch, aber zumindest Überstunden mache ich nicht mehr jeden Tag 😛 Und wir können uns einigermaßen gut abwechseln.

Ich mag auch den Kombistoff zum Mullewapp-Panel wirklich gerne. Das passt einfach farblich perfekt und das Motiv ist wunderschön. Ein Meter vom Kombistoff hat nun für die drei Shirts, die ich genäht habe gereicht (davon zweimal mit langen Ärmeln, siehe hier und hier), der Rest wird wohl im Herbst noch eine Mütze geben.

Ja, die Situation ist bei mir ganz glücklich und ich weiß das auch zu schätzen. Ich kann dank äußerst bravem und verständnisvollem Kind gut arbeiten und unser Kind hat jederzeit ein Elternteil greifbar. Während ich hier in meiner etwas verlängerten Mittagspause nach dem gemeinsamen Mittagessen diesen Blogbeitrag schreibe, baut der Lauser in seinem Kinderzimmer mit Lego. Dabei hört er auf meinem iPhone über Spotify einen Lego City-Marathon. Ja, der Medienkonsum ist gestiegen 😀 Viel fernsehen oder am iPad spielen darf das Kind zu seinem Bedauern zwar immer noch nicht, wir wissen jetzt aber, dass man über Spotify Benjamin Blümchen, Lego City, Die drei ??? Kids, Paw Patrol, Petronella Apfelmus und vieles mehr als Hörspiel abrufen kann und das sogar in Dauerschleife. Das wird vom Lauser sehr rege genutzt und hier bekommt er momentan auch große Freiheiten.

Aber trotzdem ist er natürlich nicht nur glücklich und zufrieden. Wie wahrscheinlich fast alle Kinder vermisst er seine Freunde und die gewohnten Strukturen aus dem Kindergarten (jetzt ist er übrigens wieder bei mir mit seinem Hörspiel und löst Aufgaben mit dem Minilük-Kasten). Wir versuchen, viel vorzulesen, wir haben uns zu Beginn der Coronakrise mit Kinder-Bastelsets eingedeckt, die wir gemeinsam mit dem Lauser verbasteln, beim Kochen und im Haushalt binden wir ihn mit ein und abends spielen wir oft Gesellschaftsspiele, teilweise klappt das sogar mit Oma und Opa zusammen per Videotelefonie. Aber seine Freunde können wir dem Lauser dennoch nicht ersetzen.

Hier noch einmal das Panelmotiv im Detail. Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar beim Schaukeln. Momentan auch eine Lieblingsbeschäftigung von unserem Lauser. Ein Hoch auf den eigenen Garten und unseren Spielturm!

In den ersten zwei Wochen gab es immer wieder mal Tränen, weil mit Freunden einfach nur mit Sicherheitsabstand und über den Gartenzaun hinweg gesprochen werden durfte statt mit ihnen zu spielen. Ein paar Male hat er per Videotelefonie mit Freunden gesprochen und er hat sich sehr gefreut, dass zu Ostern gleich von drei Freunden und von den Erzieherinnen aus dem Kindergarten kleine Geschenke vor der Tür lagen. Er fragt nicht mehr danach, wann er wieder in den Kindergarten darf (vielleicht ja auch gar nicht mehr vor der Einschulung im Herbst…) und hat sich mit der Situation arrangiert.

Und ich glaube, das was für uns immer noch komisch und ungewohnt ist, ist in seiner kleinen Welt schon wieder ein Stück weit Normalität. Er ist noch jung genug, um die Situation nicht zu hinterfragen, sondern hinzunehmen und das Beste daraus zu machen (jetzt gerade übrigens draußen auf der Schaukel beim Versuch, so hoch zu kommen, dass er mit den Füßen den Busch am Grundstücksrand berühren kann). So wie er sonst auch nicht jeden Tag Lust auf den Kindergarten hatte und lieber Zuhause geblieben wäre, kommt er jetzt damit klar, dass er nun eben nicht in den Kindergarten darf und Zuhause bleiben muss. Ich mache mir keine zu großen Sorgen, dass die aktuelle Situation seine Entwicklung oder psychische Gesundheit trotz der teilweisen Einsamkeit übermäßig negativ beeinflusst. Vielleicht wird er später mal etwas akribischer seine Toilettenpapiervorräte im Blick behalten (wir haben das letzte Mal im Februar welches gekauft und blicken jetzt so langsam mit Sorge in den Vorratsschrank…). Aber: er lebt in einer sicheren Umgebung, ist gesund, hat genug zu essen, bekommt Anregung und Lerngelegenheiten und weiß, dass er geliebt wird. Und ich denke, da wir als Eltern ihm vorleben, dass wir versuchen, das Beste draus zu machen, fühlt er sich auch nicht zu verunsichert.

Die Mullewapp-Freunde auf dem Kombistoff. Dieses T-Shirt ist übrigens eines von einer ganzen Reihe T-Shirts, die ich für den Sommer genäht habe. Ich schaffe es nur selten in den Nähkeller. Aber das hohe Tempo bei der Arbeit überträgt sich da gerade und ich arbeite sehr viel fokussierter Nähprojekte ab 😀

Mein Fazit also bislang: Es ist zwar ungewohnt, aber bei uns absolut machbar. Uns hilft, meiner Meinung nach, dass wir die Situation mit allen Einschränkungen, die sie mit sich bringt, akzeptieren und als notwendig erachten, um die Risikogruppen zu schützen. Wir wissen, wir haben viel Glück (Jobs, die Zuhause funktionieren, finanzielle Sicherheit, ein wirklich tolles Kind, das auch gut alleine spielen kann, wir gehören nicht zur Risikogruppe) und freuen uns auch über kleine Dinge (z.B. darüber, dass der Wecker nicht so früh klingeln muss wie sonst oder über das frische Gemüse in unserer Biokiste, die jede Woche kommt). Mir ist wirklich bewusst, wie gut es uns geht, auch wenn wir es vermissen, unter Menschen zu sein und jederzeit mal noch eben in den Supermarkt zu gehen oder eben auch momentan eine sehr hohe Arbeitslast haben, die mit Haushalt und vor allem unserem wunderbaren Kind in Einklang gebracht werden muss und bei der die Energie nur selten für Ausflüge in den Nähkeller reicht.

Wie ist es bei euch? #stayhome und bleibt gesund!

8 Kommentare

  1. Naehkaeschtle

    Hallo Jana, hier ist auch alles weitestgehend im Lot … bei uns wird sich jetzt dann zeigen wie das sich Aufteilen zwischen Arbeit in der Schule mit den erst mal großen Kindern, der Arbeit daheim digital für alle anderen Schüler und das Kind daheim einspielen wird. Fragen an allen Fronten … aber auch die werden sich hoffentlich klären … Aber wir versuchen möglichst gelassen alles so zu nehmen wie es ist … wissend das wir in Deutschland auf der Insel der Glückseligkeit leben mit einer guten medizinischen Versorgung für alle Menschen.
    Liebe Grüße Ingrid

    • tantejana

      Liebe Ingrid,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe mich wirklich schon ein wenig einsam gefühlt mit dem Eindruck, dass es bei uns persönlich ganz gut läuft und dass wir großes Glück haben, unter den wirklich guten Bedingungen unseres Gesundheits- und Sozialsystem in dieser Pandemie zu stecken. 🙂 Ja, gelassen nehmen hilft, denke ich.
      Liebe Grüße und alles Gute! Jana

  2. nealich

    Liebe Jana, so schön von Dir zu lesen und ich freu mich, dass Du und Ihr das alles so gut meistert! Ganz schnell sind so Selbstverständlichkeiten jetzt viel wertvoller geworden…
    Bleibt alle gesund und liebe Grüße an Dich
    Katrin

    • tantejana

      Liebe Katrin,
      ja, das stimmt. So manche Selbstverständlichkeit ist jetzt gerade viel wertvoller geworden. 🙂
      Ich hoffe, es geht dir und deinen Lieben auch gut – bleibt gesund!
      Liebe Grüße
      Jana

  3. Anni

    Liebe Jana,

    vielen Dank für diesen Einblick. Bis auf die Tatsache, dass der Junior sich mit seinen knapp 17 Jahren mehr oder weniger sehr gerne freiwillig in der #corontäne hält (er geht kaum raus, da er im Frühjahr immer sehr unter Heuschnupfen leidet und die Sensibilisierung erst in den Anfängen steckt… anderes Thema) und wir ihn daher nicht bespielen/beschäftigen müssen (ich muss ihn eher schon mal aus dem Zimmer „befehligen“, dass er mal im Haushalt was macht und so), läuft es bei uns ganz ähnlich. Ich habe auch alle Hände voll zu tun im Homeoffice, komme aber sehr gut klar. In der Firma meines Mannes ist Kurzarbeit, mal gucken, wann und wie es da weitergeht. Wir befinden uns in der glücklichen Situation, rausgehen zu können und das Wetter meinte es bislang gut mit uns, das ist schon mal ein Vorteil. Fahrradfahren, Spaziergänge… dafür bleibt jetzt auch unter der Woche mehr Zeit als sonst und fürs Nähen auch.

    Ganz liebe Grüße
    Anni

    • tantejana

      Liebe Anni,
      wie schön, dass es bei euch auch gut läuft. Ja, mit 17 Jahren braucht man wohl nicht mehr so viel Bespaßung wie mit sechs 😀 Da gibt es wahrscheinlich ganz andere Herausforderungen. Wobei so eine Allergie wirklich fies ist. Der Mann leidet auch sehr. Ein richtiger Regenguss wäre wirklich mal eine Erleichterung. Momentan ist es bei uns auch bewölkt, aber ich sehe auch schon wieder die Sonne zwischen den Wolken hervorblitzen, ob das also was wird?
      Mach es weiterhin gut, liebe Anni und genieße die Zeiten, die du dir freischaufeln kannst. Mehr Zeit für Spaziergänge und das Nähen klingt wirklich wunderbar!
      LG Jana

  4. Marietta

    Liebe Jana,
    bei uns läuft es ähnlich. Schatzi muss zwar zur Arbeit fahren – er hat einen Tierfutterladen – aber da wir zwei Mädels haben, können sie sich auch gut miteinander beschäftigen. Seit letzter Woche ist die Große alle 2 Tage in der Schule und die Kleine hat das Ausschlafen für sich entdeckt.
    Langeweile kommt selten auf, da sie viel draußen sind. Dorfleben hat echt so seine Vorteile.
    Liebe Grüße
    Marietta

    • tantejana

      Liebe Marietta,
      ausschlafen klingt sehr gut 😀 Und dass deine Mädels miteinander spielen, ist natürlich auch klasse. Wir planen jetzt dann demnächst eine Spielpartnerschaft mit einem anderen Einzelkind, deren Eltern ebenfalls von Zuhause aus arbeiten und die sonst keine weiteren Kontakte haben. 🙂 Das wird ihm dann sicher auch mal wieder ganz gut tun.
      LG und weiterhin alles Gute
      Jana

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